{"id":560,"date":"2015-02-24T14:06:29","date_gmt":"2015-02-24T14:06:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geographische-gesellschaft-leipzig.de\/?page_id=560"},"modified":"2026-03-02T08:50:20","modified_gmt":"2026-03-02T08:50:20","slug":"vortrage-2019","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.geographische-gesellschaft-leipzig.de\/?page_id=560","title":{"rendered":"Vortr\u00e4ge 2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kuba im Krisenmodus<\/strong><br><em>Matthias Schmidt<br>Dienstag, 20. Januar 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><br>Kuba befindet sich seit Jahrzehnten im Krisenmodus. Wiederkehrende Naturkatastrophen, eine anhaltende Energieknappheit, das US-Embargo oder der Kollaps der Sowjetunion setzten dem Land schwer zu. Trotzdem konnte Kuba bemerkenswerte Erfolge in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Armutsbek\u00e4mpfung erzielen und entwickelte sich zu einer beliebten Tourismusdestination. Der abrupte Einbruch des Tourismusbooms infolge der Coronakrise f\u00fchrte jedoch zu folgenschweren \u00f6konomischen Problemen, die zusammen mit den aktuellen geopolitischen Unw\u00e4gbarkeiten erneut die Wandlungs- und \u00dcberlebensf\u00e4higkeit des karibischen Sozialismus herausfordern.<br><br><strong>Prof. Dr. Matthias Schmidt<\/strong> ist Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Humangeographie und Transformationsforschung der Universit\u00e4t Augsburg. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich Politische \u00d6kologie und Mensch-Umwelt-Verh\u00e4ltnisse im Globalen S\u00fcden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zw\u00f6lf Herausforderungen \u2013 Georgien an einem Scheideweg seiner Entwicklung<\/strong><br><em>J\u00f6rg Stadelbauer<br>Dienstag, 10. Februar 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><br>Georgien hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion eine wechselvolle Entwicklung genommen, die in den beiden ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts zwar einen gewissen Wirtschaftsaufschwung, aber noch keine dauerhafte innere Konsolidierung brachte. Das Land steht heute vor gro\u00dfen Herausforderungen ganz unterschiedlicher Art, die aus geographischer Sicht beleuchtet werden sollen. Dabei will der Vortrag politische Fragen in einen weiteren Zusammenhang stellen und mit Aspekten von Umwelt, Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft verkn\u00fcpfen.<br><br><strong>Prof. Dr. J\u00f6rg Stadelbauer<\/strong> vertrat bis zum Eintritt in den Ruhestand das Fach Kulturgeographie und Landeskunde an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg und forscht weiterhin zu geographischen Fragen der Nachfolgestaaten der Sowjetunion und zur s\u00fcdwestdeutschen Landeskunde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Strategieentwicklung und Handlungsm\u00f6glichkeiten von Kommunen im Wandel: Aue-Bad Schlema als Beispiel<\/strong><br><em>Hannah Krenzel-Biswakarma und Thomas Beukert<br>Dienstag, 24. M\u00e4rz 2026, 18 Uhr<br>Volkshochschule Leipzig, Aula, L\u00f6hrstra\u00dfe 3\u20137<br>Eintritt frei<\/em><br><br>Die Stadt Aue-Bad Schlema im Erzgebirge blickt zur\u00fcck auf eine lange Geschichte in Bergbau, Industrie und Tourismus. Aktuell haben demographische, sozio\u00f6konomische und politische Ver\u00e4nderungen deutliche Auswirkungen auf die Stadtentwicklung, den Haushalt sowie die Perspektiven der Stadt und ihrer B\u00fcrgerschaft. Im Projekt Stadtentwicklung bis 2030 \u2013 Strategiebildung in Mittelst\u00e4dten begleiten und unterst\u00fctzen wir den Prozess der Strategieentwicklung, ermitteln die mittelfristigen finanziellen Handlungsspielr\u00e4ume und erforschen mit Blick auf die politisch-kulturelle Lage und im engen Austausch mit der B\u00fcrgerschaft, wie diese Spielr\u00e4ume zuk\u00fcnftig genutzt werden k\u00f6nnen. Der Vortrag stellt hierzu erste Ergebnisse vor.<br><br><strong>Thomas Beukert<\/strong> (KOWID, Leipzig) und <strong>Hannah Krenzel-Biswakarma<\/strong> (Universit\u00e4t Leipzig) sind beide im Projektverbund Stadtentwicklung bis 2030 der T!Raum-Initiative Handlungskompetenz der Kommunen st\u00e4rken t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wasserwirtschaft im Leipziger Neuseenland zwischen Kohleausstieg und Wiedernutzbarmachung<\/strong><br><em>Andreas Berkner<br>Dienstag, 14. April 2026, 18 Uhr<br>Volkshochschule Leipzig, Aula, L\u00f6hrstra\u00dfe 3\u20137<br>Eintritt frei<\/em><br><br>Seit \u00fcber 100 Jahren wird der Wasserhaushalt in Mitteldeutschland durch die Braunkohlenindustrie gepr\u00e4gt. Gro\u00dftagebaue bedingten weitr\u00e4umige Grundwasserabsenkungen. Abwassereinleitungen f\u00fchrten zu massiven Gew\u00e4sserbelastungen. Die Wasserwirtschaft im Bereich der \u201eMitteldeutschen Trockeninsel\u201c war immer hochintensiv. Seit 1990 wurden die weitaus meisten Tagebaue im Revier stillgelegt. Daraus entstand eine neue touristische Destination mit Tagebauseen und attraktiven Freizeitangeboten. Dennoch weist der Weg zu einem \u201eweitgehend nachsorgefreien Endzustand\u201c noch viele offene Felder auf, in denen es gilt, L\u00f6sungen zu finden. Kommentiert werden Megatrends zur Entwicklung f\u00fcr einen bis ca. 2050 reichenden Zeithorizont.<br><br><strong>Prof. Dr. habil. Andreas Berkner<\/strong> war \u00fcber 25 Jahre beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen t\u00e4tig. Er befasst sich u. a. mit Wasserhaushaltsfragen zum Braunkohlenbergbau. 2025 wurde er in den Beirat f\u00fcr Raumentwicklung beim BMWSB berufen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bleiben oder Gehen? Wenn der Klimawandel das Leben ver\u00e4ndert<\/strong><br><em>Kathleen Hermans<br>Dienstag, 19. Mai 2026, 18 Uhr<br>Volkshochschule Leipzig, Aula, L\u00f6hrstra\u00dfe 3\u20137<br>Eintritt frei<\/em><br><br>Umweltver\u00e4nderungen pr\u00e4gen das Leben vieler Menschen \u2013 jeder dritte Mensch weltweit gilt als besonders verwundbar. Werden B\u00f6den unfruchtbar oder bleiben Niederschl\u00e4ge aus, sind b\u00e4uerliche Existenzen bedroht; j\u00e4hrlich werden mindestens 20 Millionen Menschen durch Extremwetter innerhalb ihrer L\u00e4nder vertrieben. Abwanderung kann eine \u00dcberlebensstrategie sein, ist jedoch kein Automatismus: Nicht alle Menschen wollen gehen, und manche m\u00f6chten es, k\u00f6nnen es aber nicht. Finanzielle Mittel, Netzwerke, Ortsverbundenheit und Institutionen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Der Vortrag ordnet ein: Wann wandern Menschen tats\u00e4chlich ab? Wie viele Menschen kommen zu uns? Und warum ist der Begriff \u201eKlimafl\u00fcchtling\u201c irref\u00fchrend?<br><br><strong>Dr. Kathleen Hermans<\/strong> ist am Leibniz-Institut f\u00fcr Agrarentwicklung in Transformations\u00f6konomien (IAMO) in Halle (Saale) t\u00e4tig. Sie erforscht, besonders in Zentralasien\/Subsahara-Afrika, Zusammen-h\u00e4nge von Umweltver\u00e4nderungen und Migrationsentscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Indien: auf dem Weg zur Weltmacht?<\/strong><br><em>Christian Wagner<br>Dienstag, 23. Juni 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><br>Seit der Unabh\u00e4ngigkeit 1947 strebt Indien eine gr\u00f6\u00dfere internationale Rolle an. Seit dem Ende des Ost-West-Konflikts hat Indien seine wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den USA und China ausgebaut und gilt in Br\u00fcssel und Berlin als wichtiger Partner im Indo-Pazifik. Das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Erde ist zudem ein zentraler Akteur in internationalen Klima- und Umweltverhandlungen. Mit einem Wirtschaftswachstum von sechs bis sieben Prozent ist Indien die schnellst wachsende Demokratie. Allerdings profitiert ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung bislang noch nicht von den wirtschaftlichen Erfolgen. So liegt Indien im Index der menschlichen Entwicklung nur auf den hinteren Pl\u00e4tzen.<br><br><strong>Dr. habil. Christian Wagner<\/strong> ist Senior Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Seine Forschungsgebiete sind innen- und au\u00dfenpolitischen Entwicklungen in Indien und S\u00fcdasien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Biogeographische Forschungen in Zeiten des Klima- und Landnutzungswandels: Flora, Fauna und ihre \u00d6kosysteme<\/strong><br><em>Stefan Klotz<br>Dienstag, 25. August 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><br>Biogeographie besch\u00e4ftigt sich prim\u00e4r mit Vorkommen und Verbreitung von Organismen im Raum. Zentrale Themen sind u. a. Ver\u00e4nderungen der Verbreitungsmuster im Laufe der Erdgeschichte, Biodiversit\u00e4tsmuster der Gegenwart und Szenarien zuk\u00fcnftiger Entwicklungen im Rahmen des Klima- und Landnutzungswandels. Molekularbiologie, Phylogenetik, Pal\u00e4ontologie und vor allem Statistik und Modellierung er\u00f6ffnen neue M\u00f6glichkeiten der Erkl\u00e4rung aktueller biogeographischer Muster sowie die Entwicklung von Szenarien f\u00fcr zu erwartende Ver\u00e4nderungen der Artverbreitung und der \u00d6kosysteme generell. Mit Blick auf Mitteleuropa wird im Vortrag speziell nach den \u00d6kosystemen unserer Zukunft gefragt.<br><br><strong>Dr. Stefan Klotz<\/strong> hat am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung \u2013 UFZ das Department Bioz\u00f6noseforschung geleitet. Er \u00fcbt Beiratsfunktionen in der Buchreihe Landschaften in Deutschland sowie dem Institute for Environmental Futures (Universit\u00e4t Leicester) aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Erforschung der Antarktis \u2013 Von der Terra australis incognita bis zur heutigen modernen Polarforschung<\/strong><br><em>Mirko Scheinert<br>Dienstag, 15. September 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><br>Die Antarktis war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts im wahrsten Sinne des Wortes ein wei\u00dfer Fleck auf der Landkarte: Zun\u00e4chst war die Erforschung der Antarktis mit wirtschaftlicher und politischer Motivation verbunden, Mitte des 19. Jahrhunderts r\u00fcckte verst\u00e4rkt die Beantwortung wissenschaftlicher Fragen in den Vordergrund, vor allem in Bezug auf Meteorologie, Astronomie und Erdmagnetismus. Der Vortrag spannt einen Bogen von diesen Anf\u00e4ngen internationaler Zusammenarbeit bei der Erforschung der Antarktis bis zur heutigen international vernetzten Polarforschung. Dabei begeben wir uns auch auf die Spuren der ersten Deutschen S\u00fcdpolarexpedition, die von 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski realisiert wurde.<br><br><strong>Dr. Mirko Scheinert<\/strong> ist an der Professur f\u00fcr Geod\u00e4tische Erdsystemforschung der TU Dresden t\u00e4tig. Er nahm an mehreren Antarktisexpeditionen teil und ist im Nationalkomitee f\u00fcr Polarforschung so-wie im Vorstand der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Polarforschung e. V.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>50 Jahre Leipzig-Gr\u00fcnau \u2013 die wechselvolle Geschichte einer Gro\u00dfsiedlung aus der Sicht ihrer Bewohnerschaft<\/strong><br><em>Sigrun Kabisch<br>Dienstag, 13. Oktober 2026, 18 Uhr<br>Volkshochschule Leipzig, Aula, L\u00f6hrstra\u00dfe 3\u20137<br>Eintritt frei<\/em><br><br>Am 1. Juni 2026 begeht die Gro\u00dfsiedlung Leipzig-Gr\u00fcnau den 50. Jahrestag ihrer Grundsteinlegung. Im gr\u00f6\u00dften Plattenbaugebiet Leipzigs und Sachsens wohnen ca. 47.800 Menschen. Die Wohngeb\u00e4ude sind in gro\u00dfz\u00fcgige Gr\u00fcnfl\u00e4chen eingebettet, und der Stadtteil ist mit um-fangreichen Infrastrukturangeboten ausgestattet. Dennoch changiert die Wahrnehmung des Stadtteils zwischen gr\u00fcner Oase und Problem-gebiet. Im Verlauf seiner Existenz sah sich Gr\u00fcnau umfangreichen und tiefgehenden Ver\u00e4nderungen ausgesetzt \u2013 von massivem Einwohnerverlust und nachfolgendem Wohnungsabriss bis hin zu neuem Einwohnerwachstum und Neubau. Diese wechselvolle Geschichte wird aus der Sicht der Bewohnerschaft beschrieben. Dazu dienen Untersuchungsergebnisse einer einzigartigen Langzeitstudie.<br><br><strong>Prof. Dr. Sigrun Kabisch<\/strong> leitete am Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung\u2013UFZ bis M\u00e4rz 2022 das Department Stadt- und Umweltsoziologie. Seit 2021 fungiert sie in zweiter Wahlperiode als Vorsitzende der Geographischen Gesellschaft zu Leipzig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Territorialgeschichte Polens seit der fr\u00fchen Neuzeit. Perspektiven einer kritischen Karten-Analyse<\/strong><br><em>Christian Lotz<br>Dienstag, 17. November 2026, 18 Uhr<br>GRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311<br>Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei<\/em><br><em>Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Kartographie, Sektion Halle-Leipzig<\/em><br><br>Polen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zur\u00fcck. Dies zeigt sich auch in vielfachen Grenzverschiebungen von der polnischen-litauischen Union der fr\u00fchen Neuzeit \u00fcber die Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts bis hin zu den beiden Weltkriegen im 20. Jahrhundert. Der Vortrag verdeutlicht, welche Rolle kartografische Repr\u00e4sentationen bei der Bildung und Zerst\u00f6rung polnischer Staatlichkeit spielten, und er\u00f6rtert zugleich die Reichweiten und Grenzen einer kritischen Karten-Analyse.<br><br><strong>PD Dr. phil Christian Lotz<\/strong> leitet die Kartensammlung des Herder-Instituts f\u00fcr historische Ostmitteleuropa-Forschung in Marburg und forscht an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t zur Neueren und Neusten Geschichte Mittel- und Osteuropas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kuba im KrisenmodusMatthias SchmidtDienstag, 20. Januar 2026, 18 UhrGRASSI-Museum, Filmsaal, Johannisplatz 5\u201311Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei Kuba befindet sich seit Jahrzehnten im Krisenmodus. 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