Vorträge 2022

Migration als Normalität? Zum Umgang mit Vielfalt in Leipzig und München

Karin Wiest, Leipzig
Dienstag, 29. März 2022, 18 Uhr
Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11

Im Zuge wachsender internationaler Mobilität sind unter dem Stichwort „postmigrantische Gesellschaft“ in den letzten Jahren verstärkt Fragen nach dem sozialen Zusammenleben in den Fokus der fachpolitischen Debatten gerückt. Wie Vielfalt und Diversität lokal erfahren und ausgehandelt werden, hängt nicht zuletzt von den unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten ab.
Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Vortrag am Beispiel der beiden wachsenden Großstädte München und Leipzig, wie einerseits neue urbane Selbstverständlichkeiten, andererseits neue Konfliktlinien im Umgang mit Migration entstanden sind. Der Einbettung in einen ost- bzw. westdeutschen Entwicklungszusammenhang kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die Hawaii-Inseln – geowissenschaftliche Schatzkammer in den Tropen

Andreas Berkner, Leipzig
Dienstag, 26. April 2022, 18 Uhr
Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11

Hawaii ist die abgelegenste Inselgruppe der Welt. Tropische Wälder und Vulkanwüsten prägen die Kontraste ebenso wie die Möglichkeit, im Winter am gleichen Tag Skifahren und Wellenreiten zu können. Im Mittelpunkt des Vortrags steht der Hotspot-Vulkanismus auf Big Island, wobei der Referent im Juni 2018 die Gelegenheit hatte, den Ausbruch des Kilauea aus unmittelbarer Nähe zu verfolgen. Damit wurde er Augenzeuge einer hier kaum wahrgenommenen Katastrophe, die zwar keine Menschenleben forderte, aber mehrere Siedlungen zerstörte. Im Februar 2020 wird er die betroffenen Landschaften mit 25 km² neuen Lavadecken und einer um bis zu drei Kilometer meerwärts verlagerten Küstenlinie erneut bereisen, um aktuelle Eindrücke zu gewinnen.

FILM: Das Auge Afrikas. Der Filmpionier Hans Schomburgk

Mit einer Einführung von Lars Müller
Dienstag, 24. Mai 2022, 18 Uhr

Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11
Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei

Der Film erzählt die Geschichte des Filmpioniers, der als erster die überwältigende Schönheit Afrikas mit der Kamera einfing. Die sehr gut erhaltenen Originalfilme Schomburgks entführen in damals noch kaum erforschte Gebiete und werden verwoben mit opulenten Einstellungen aus dem heutigen Afrika, um den rasanten Wandel eines gesamten Kontinents nachzuvollziehen und auf seine Geschichte zu schauen.
In vielfältigen Begegnungen reflektieren Menschen in Togo und Südafrika Schomburgks Filme aus heutiger Sicht. An seiner abenteuerlichen Lebensgeschichte zeigt sich, wie komplex die Verbindungen zwischen Europa und Afrika seit der Kolonialzeit sind und wie wenig ein einfaches Bild von Gut und Böse von dieser Zeit gezeichnet werden kann.

Afghanistan – das lange Scheitern eines Staates und das Scheitern der deutschen Afghanistan-Außenpolitik

Andreas Dittmann, Gießen
Dienstag, 28. Juni 2022, 18 Uhr

Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11
Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei

Angesichts der anfangs, nach dem Fall des Taliban-Regimes, hochgesteckten Erwartungen für die weitere Entwicklung Afghanistans mögen sich heute so manche fragen: „Alles für die Katz?“ Der Vortrag versucht, die Entwicklungen zum heutigen Zustand des Failed State Afghanistan zu analysieren, weist auf die Fehler der internationalen Akteure als Teil einer verfehlten Politik hin, zeigt dabei jedoch auch das auf, was – medial deutlich unterbetont – zu den kleinen Erfolgen gehört. Dazu zählt die Alphabetisierung von Millionen afghanischer Schülerinnen.
Unter den neuen Machthabern in Afghanistan wird akademisches Überdauern zunehmend zu einer Frage des physischen Überlebens. Afghanistan-Engagement ist derzeit vor allem in den verschiedenen internationalen Programmen zur Rettung gefährdeter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefordert.
Der Vortragende forscht seit 2002 in Afghanistan, hat den Nationalatlas des Landes herausgegeben und sich beim akademischen Wiederaufbau der Geowissenschaften an afghanischen Hochschulen engagiert.

Orientieren im Gelände. Topographische Hochgebirgskartographie zwischen Tradition und Zukunft

Karel Kriz, Wien
Dienstag, 19. Juli 2022, 18 Uhr
(gemeinsam mit DGfK, Sektion Halle-Leipzig)
Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11
Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei

Das Gelände und insbesondere das Gebirge in kartographischen Darstellungsformen abzubilden, spielt in der topographischen Hochgebirgskartographie seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse aus dieser Beschäftigung umfassen ein breites Spektrum an Produkten, die bis heute die Vielfalt und Schönheit der großmaßstäbigen, topographischen Kartographie des Hochgebirges dokumentieren. Der Vortrag geht zu Beginn kurz auf die vergangenen kartographischen Errungenschaften ein. Danach werden bewährte analoge sowie digitale kartographische Kommunikationsformen der Gegenwart, die zur Orientierung im Gelände dienlich sind, vorgestellt, um schließlich einen spannenden Ausblick in die Zukunft der topographischen Hochgebirgskartographie zu geben.

Leipziger Gewässerverbund – eine Vision erfindet sich immer wieder neu

Sabine Heymann, Leipzig
Dienstag, 25. Oktober 2022, 18 Uhr
Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11
Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei

Die Sehnsucht der Leipziger an die Weltmeere schiffsgängig angebunden zu sein, ist eine Geschichte von Jahrhunderten und ist heute noch nicht erfüllt. Letztlich sind es immer die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, die Meter um Meter Leipzig näher an dieses Ziel bringen. Einst war es der Industriepionier Dr. Karl Heine nun sind es die Vereine und Einzelpersonen in und um Leipzig, die das Thema hochhalten und sichtbare Erfolge erzielen.

Energielandschaften und räumliche Konflikte der Energiewende

Matthias Schmidt, Augsburg
Dienstag, 15. November 2022, 18 Uhr
Grassimuseum, Filmsaal, Johannisplatz 5–11
Eintritt: 5 Euro, Mitglieder frei

Der Energiebedarf Deutschlands ist groß und muss angesichts klimapolitischer Ziele und des Ausstiegs aus der Kernenergie durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Auswirkungen auf Raum und Landschaft sind dabei enorm, zudem stehen neben den Ansprüchen von Naturschutz, Erholung und Siedlungen kaum mehr Flächen zur Verfügung, und die Akzeptanz für erneuerbare Energieanlagen ist stark rückläufig. So erlebte die Windenergie – einst als zentraler Baustein einer kohlenstoffarmen Energieversorgung gefeiert – paradoxerweise im Klimaschutzjahr 2019 ihre größte Krise.
Der Vortrag zeigt auf, welchen Beitrag die Geographie bei den Lösungen räumlicher Interessenkonflikte der Energiewende leisten kann.

Die Veranstaltung beginnt mit der Verleihung des Preises der GGzL für herausragende studentische Abschlussarbeiten 2021/2022.

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